Öffentliches WLAN sicher nutzen: Hotel, Café, Bahn und Flughafen
- Für wen
- Alle, die unterwegs im Hotel, Café, Zug oder am Flughafen ins Netz gehen
- Größtes Risiko
- Unverschlüsselte Daten, Fake-Hotspots
- Tabu im fremden WLAN
- Online-Banking, sensible Daten
- VPN
- Sinnvoll für Cloud, Firmen- und Heimnetz
- Alternative
- Eigener Hotspot mit Passwort
Ist öffentliches WLAN im Hotel, im Café, in der Bahn oder am Flughafen sicher? Nur bedingt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt, dass Daten in offenen Netzen oft unverschlüsselt übertragen werden und Angreifer sogar gefälschte Hotspots mit vertrauenswürdigen Namen aufbauen. Mit ein paar Einstellungen und klaren Regeln kannst du solche Netze trotzdem nutzen. Hier erfährst du, worauf es ankommt.
Was im öffentlichen WLAN passieren kann
Das BSI stellt klar: Ein öffentliches WLAN ist oft nicht sicher, weil die Übertragung zwischen deinem Gerät und dem Router meist unverschlüsselt erfolgt (BSI – Sicherheits-Irrtümer: Mobile Sicherheit). Über solche Netze können Daten mitgelesen und sogar Schadprogramme auf Geräte geschleust werden.
Die wichtigsten Risiken im Überblick:
- Mitlesen: Viele Menschen nutzen dasselbe Netz. Ungeschützte Daten lassen sich abfangen (BSI – Router, WLAN & VPN).
- Gefälschte Hotspots: Angreifer richten mitunter eigene Netze ein und geben ihnen vertrauenserweckende Namen, etwa wie das Flughafen-WLAN (BSI – Pressemitteilung „Sicher reisen“, 19.06.2026).
- Schulterblick: Im Café oder am Bahnhof kann dir jemand direkt auf den Bildschirm schauen (BSI – Router, WLAN & VPN).
Viele Hotel-, Café- und Flughafennetze sind sogenannte Captive-Netzwerke: Nach dem Verbinden erscheint eine Anmeldeseite, auf der du Zugangsdaten eingibst oder Bedingungen akzeptierst (Apple Support). Diese Anmeldeseite sagt nichts darüber aus, ob deine Daten danach verschlüsselt übertragen werden.
Diese Dinge erledigst du besser nicht im fremden WLAN
Das BSI rät, im öffentlichen WLAN Bankgeschäfte und das Teilen sensibler Daten zu vermeiden. Warte lieber, bis du wieder in einer vertrauenswürdigen Umgebung bist (BSI – Router, WLAN & VPN). Für den Zugriff auf Cloud-Speicher sowie auf Heim- oder Firmennetze empfiehlt das BSI, Daten vorher zu verschlüsseln oder über ein VPN zu übertragen (BSI – Sicherheits-Irrtümer).
Ein schwach verschlüsselter Hotspot ist laut BSI ein Grund, ganz auf die Nutzung zu verzichten. Außerdem solltest du Datei- und Verzeichnisfreigaben für Netzwerke deaktivieren (BSI – IT-Sicherheit auf Reisen).
| Situation | Öffentliches WLAN | Besser |
|---|---|---|
| Nachrichten lesen, Fahrplan checken | in der Regel unkritisch | – |
| Online-Banking, Zahlungen | vermeiden | mobile Daten oder später zu Hause |
| Cloud, Firmen- oder Heimnetz | nur verschlüsselt | VPN oder mobile Daten |
| Passwörter für wichtige Konten eingeben | vermeiden | mobile Daten |
HTTPS: das Schloss im Browser
Sichere Kommunikation mit einer Website läuft über das https-Protokoll. Fehlt dieser Hinweis in der Adresszeile oder warnt dein Browser vor einer unsicheren Verbindung, solltest du keine persönlichen Daten eingeben (BSI – Schutz für Mobilgeräte).
Wichtig: HTTPS schützt nur die Verbindung zur jeweiligen Website im Browser. Apps übertragen Daten auf eigenen Wegen. Hier setzt ein VPN an.
Wann ein VPN sinnvoll ist
Ein VPN (Virtual Private Network) verschlüsselt die Datenkommunikation zwischen zwei Endpunkten – auch dann, wenn du eine App statt des Browsers nutzt. In öffentlichen Hotspots kann es das Risiko von unbefugtem Zugriff und Datendiebstahl verringern, weil alle Daten verschlüsselt übertragen werden (BSI – Was ist ein VPN?).
Das BSI nennt aber auch die Grenzen:
- Verschlüsselt ist nur die Strecke bis zum VPN-Server, nicht der Weg danach.
- Die Wahl des Anbieters ist immer Vertrauenssache, denn dein Datenverkehr läuft über dessen Server.
- Kostenlose VPN-Dienste bezahlst du nicht selten mit deinen persönlichen Daten.
- Ein VPN kann Verbindungen verlangsamen, und in manchen Ländern ist die Nutzung verboten.
(alle Punkte: BSI – Was ist ein VPN?)
Ein VPN ist also sinnvoll, wenn du regelmäßig in fremden Netzen arbeitest oder auf Cloud, Firmen- oder Heimnetz zugreifst. Viele Arbeitgeber stellen dafür einen eigenen VPN-Zugang bereit.
Automatisches Verbinden ausschalten
Dein Smartphone merkt sich jedes WLAN und verbindet sich später oft von selbst. Das BSI empfiehlt deshalb, einen Hotspot nach der Nutzung aus der Liste der bevorzugten WLANs zu löschen, damit sich dein Gerät nicht unbemerkt wieder einwählt. Schalte WLAN außerdem nur ein, wenn du es brauchst (BSI – Sicherheits-Irrtümer).
- iPhone: Einstellungen > WLAN > Bearbeiten > Info-Taste neben dem Netz. Dort schaltest du „Autom. verbinden“ aus oder tippst auf „Dieses Netzwerk ignorieren“ (Apple Support).
- Android: Einstellungen > Netzwerk & Internet > Internet. Den Namen des gespeicherten Netzes gedrückt halten und auf „Entfernen“ tippen. Einige Schritte funktionieren erst ab Android 12, die Menüs können je nach Hersteller abweichen (Android-Hilfe).
Eigener Hotspot als Alternative
Statt eines fremden WLANs kannst du die Mobilfunkverbindung deines Smartphones mit Laptop oder Tablet teilen. Das BSI empfiehlt, einen solchen Hotspot immer mit einem guten Passwort abzusichern und ihn wieder abzuschalten, wenn du ihn nicht mehr brauchst (BSI – Schutz für Mobilgeräte).
- iPhone: Einstellungen > Persönlicher Hotspot > „Zugriff für andere erlauben“. Unter „WLAN-Passwort“ legst du ein Passwort mit mindestens acht Zeichen fest (Apple Support).
- Android: Schnelleinstellungen öffnen, Kachel „Hotspot“ gedrückt halten, „WLAN-Hotspot“ aktivieren. Name und Passwort legst du über den Hotspot-Eintrag fest (Android-Hilfe).
Beachte: Einige Mobilfunkanbieter beschränken das Tethering oder berechnen zusätzliche Gebühren (Android-Hilfe). Ein Blick in deinen Tarif lohnt sich. Im Ausland solltest du Datenverbindungen deaktivieren, wenn du keinen passenden Tarif hast (BSI – IT-Sicherheit auf Reisen).
Checkliste für unterwegs
Ist ein WLAN mit Passwort automatisch sicher?
Nicht unbedingt. Das BSI rät, schwach verschlüsselte Hotspots gar nicht zu nutzen. Und wenn viele Gäste dasselbe Passwort kennen, bleibt das Netz für dich ein fremdes Netz.
Brauche ich im Hotel unbedingt ein VPN?
Für normales Surfen auf HTTPS-Seiten nicht zwingend. Sinnvoll ist ein VPN laut BSI vor allem, wenn du auf Cloud-Speicher, Heim- oder Firmennetz zugreifst. Wähle einen Anbieter, dem du vertraust.
Ist der eigene Handy-Hotspot sicherer als das Café-WLAN?
Du hast ihn selbst unter Kontrolle. Sichere ihn mit einem guten Passwort ab und schalte ihn nach der Nutzung wieder aus, so empfiehlt es das BSI.
Wie verhindere ich, dass sich mein Handy automatisch einwählt?
Lösche das Netz nach der Nutzung oder schalte das automatische Verbinden aus. Beim iPhone heißt die Option „Autom. verbinden“, bei Android entfernst du das gespeicherte Netz.
Quellen
Stand: November 2026. Regeln und Fristen prüfen wir regelmäßig.
- bsi.bund.de/…/…irrtuemer/irrtuemer-mobile-sicherheit.html
- bsi.bund.de/…/Router-WLAN-VPN/router-wlan-vpn_node.html
- bsi.bund.de/…/…VPN/virtual-private-networks-vpn_node.html
- bsi.bund.de/…/…Mobilgeraete/schutz-fuer-mobilgeraete.html
- bsi.bund.de/…/…t-auf-Reisen/it-sicherheit-auf-reisen.html
- bsi.bund.de/…/Presse2026/260619_Sicher_reisen.html
- support.apple.com/de-de/102554
- support.apple.com/de-de/102480
- support.apple.com/de-de/111785
- support.google.com/…/answer/9075847
- support.google.com/…/answer/9059108